WEIMARANER UND WIR

Hier geht es zum Rasseportrait (Werbeblock bitte zu Ende schauen)  der Sendung "hundkatzemaus" bei VOX, wo wir dabei sein durften.

 

 

Die erste Begegnung mit einem Weimaraner ist für jeden Hundefreund etwas ganz Besonderes - so auch bei uns.

Dieser aristokratische, wunderschöne, elegante und hoch intelligente Hund lies unser Herz auf Anhieb höher schlagen- und ja, man muss zugeben, dass es natürlich zuerst sein außergewöhnliches Aussehen ist, was jeden in den Bann zieht.

Von der ersten Begegnung mit einem "Grauen" bis zur Anschaffung unseres ersten Weimaraners sollten noch ganze 8 Jahre vergehen. In dieser Zeit beschäftigten wir uns ganz intensiv mit dem Thema "Weimaraner". Im Deutsch sprachigen Raum ist es enorm schwierig Literatur über diese Rasse zu bekommen, welche nicht in die jagdliche Richtung geht. Das der Weimaraner in Deutschland voll und ganz von der Jägerschaft vereinnahmt wird war eine weitere traurige Erkenntnis, die wir gewinnen mussten.

Der erste Zuchtklub der Rasse züchtet ausschließlich vom Jäger für den Jäger. Lediglich für die Zucht uninteressante Hunde (evtl. durch Zahnfehler, HD, nicht schussfest etc.) werden auch an Nichtjäger abgegeben.

Aber mit diesen unbefriedigendem Ergebnis wollten wir uns nicht arrangieren. So recherchierten wir weiter und wurden im Ausland fündig.

Damals kontaktierten wir Züchter im Ausland, um einen Weimaraner mit FCI Papieren "Mängel frei" zu bekommen, ohne zu ahnen, dass genau dies die absolut richtige Entscheidung für uns war. In unseren Nachbarländern hat man bereits begriffen, dass die Jagd heutzutage meist nur noch ein Hobby ist und auch ein Wochenendjäger seinen Weimaraner alternativ auslasten muss.

Weiterhin wird die Anzahl an bejagbaren Flächen (übrigens auch in Deutschland) immer mehr reduziert.

Genau aus diesem Grund wird in unseren Nachbarländern meist keine reine jagdliche Leistungszucht mehr betrieben. In einigen Ländern erfolgen für die Zuchtzulassung jagdliche Anlageprüfungen, die aber auch Nichtjäger mit Unterstützung von Jägern absolvieren dürfen. Eine Tatsache, die in Deutschland offensichtlich nicht möglich ist.

Die meisten FCI Länder verzichten allerdings generell auf jagdliche Zuchtprüfungen und überlassen die jagdliche oder auch nicht jagdliche Führung dem Hundehalter in Eigenverantwortung.

Die Tatsache, dass weltweit mehr Weimaraner im Besitz von Nichtjägern und nicht von Jägern sind, lies die Züchter in anderen Ländern umdenken. So stellte man fest, dass "Schärfe",  in Form von Mannschärfe (die in Leistungszuchten nach wie vor geprüft wird), ein Attribut ist, welches in einer modernen, familienbezogenen Hundezucht nichts mehr zu suchen hat - auch nicht beim Weimaraner!

Um dieses Ziel zu erreichen wurden in bodenständige Linien Weimaraner aus amerikanischen und australischen Linien eingepaart, die bereits seit Übersiedlung des Weimaraners in die USA ohne Schärfenachweis gezüchtet wurden. Positiver Nebeneffekt: Dadurch, dass die Weimaraner nun nicht mehr rein auf jagdliche Leistung selektiert wurden, erhielt man wieder formschöne Hunde.

Der Jagdtrieb ist aber definitiv weiterhin vorhanden und es ist schon mancher (Jagd-)Prüfungssieger aus einer sogenannten "Showlinie", wie sie Jägerseits gern betitelt wird, hervorgegangen!

Nun aber zurück  zu unserem ersten Weimaraner "Gin".Gin war der Sohn eines Weltsiegers (Show) und Multichampions. Erwartungsgemäß hat er sich zu einem muskulösen Prachtbuschen entwickelt.

Gin hat uns oft an unsere Grenzen gebracht und uns sehr stark gefordert.

Allerdings hat er uns auch gelehrt, dass in der wunderschönen grauen, aristokratischen Hülle ein fantastisches, menschenbezogenes, hoch intelligentes und sensibles Wesen steckt, dessen Auslastung und Erziehung eine liebvolle Konsequenz erfordert.

Durch Gin kamen wir zum Ausstellungswesen und lernten viele Züchter aus dem Ausland kennen, mit denen wir noch heute (dank Facebook) in freundschaftlicher Verbindung stehen.

Gin wurde zum Deutschen und Internationalen (Show-) Champion gekört.

Im Jahr 2013 mussten wir Gin - unseren ersten Weimaraner, an die Regenbogenbrücke begleiten. Er wird immer in unseren Herzen sein.

In Deutschland ist die Situation heute so, dass wir auf der einen Seite die jagdliche Leistungszucht haben, aus der unter Umständen Nachkommen mit einer gehörigen Portion Schärfe hervorgehen, wo oft Nichtjäger und auch Jäger teilweise überfordert sind und deren Genpol so eingeschränkt ist, dass es über kurz oder lang zu Problemen kommen wird.

Und auf der anderen Seite finden wir dubiose Züchter, die "auf Teufel komm raus" alles miteinander verpaaren, was nur im Ansatz eines Weimaraners gleicht. Oft werden aussortierte Hündinnen aus Leistungszuchten zur Zucht verwendet und deren Nachkommen deklariert man als reine Familienhunde, nur weil die Eltern nicht jagdlich geführt wurden, wohl wissend, dass man die Veranlagung auf Schärfe nicht in ein oder zwei Generationen aus den Linien herausgezüchtet bekommt. Außerdem schmücken sich solche Züchter oft auch mit Titeln, die weder anerkannt sind, noch gerechtfertigt, weil zum Beispiel der sogenannte "Welsieger" in "Kleinkleckersdorf" gekört wurde, wo gerade mal zwei Weimaraner anwesend waren. Als Gegenbeispiel: in Mailand auf der World Dog Show der FCI waren im Jahr 2014 = 200! Weimaraner genannt.

Auch kreuzt man gern sogenannte "Blaue Weimaraner" ein, welche nachweislich (Standard der FCI) als fehlfarbig gelten und keine Zuchtzulassung in FCI Zuchten erhalten.

 

Fazit: Gute Weimaranerzüchter der nicht leistungsbezogenen Zucht kann man in Deutschland an einer Hand abzählen!

der FCI festgelegt ist.

 

Abschließend wäre es wünschenswert, wenn in Deutschland im Bezug auf die Rasse Weimaraner einfach mehr Aufklärung betrieben würde. Es sollte eine umfassende Information über die verschiedenen Zuchtlinien stattfinden und über Alternativen zur jagdlichen Beschäftigung, dies würde so manchem "Grauen" die Abschiebung ins Tierheim ersparen.

Vielseitiger Weimaraner e.V.

Wir sind Mitglied im Vielseitigen Weimaraner e.V.